Eine Praxisfallstudie für sauberen Unterwasserschiffschutz
Einleitung
Denken darüber nach, zu einer biozidfreien Bewuchsschutzbeschichtung zu wechseln, sind sich aber nicht sicher, welcher Ansatz der richtige ist? Genau vor dieser Herausforderung standen auch Wouter und Walda Lower.
Nach einiger Bedenkzeit entschieden Sie sich für das System von International®. Es ist einfach in der Anwendung, ähnlich wie bei herkömmlichen Antifoulings, enthält jedoch keine Biozide.
Das Projektumfeld
Im Yachtclub WSV de Zeevang in Edam herrschte ein reges Treiben. Die Kleiderordnung war klar – Overalls, Handschuhe und Schutzmasken – denn es standen viele Boote auf dem Platz, die einen neuen Antifoulinganstrich bekommen haben. Dafür hatten sie nicht viel Zeit. In einer Woche sollte nämlich ein großer Kran ankommen, um die Boote wieder zurück ins Wasser zu setzen.
Die Friendship 28 Freya, die sich im Besitz von Wouter und Walda Lower befindet, war eines dieser Boote.
Warum B-Free Explore
„Wir verwenden seit mehreren Jahren VC17M von International zum Schutz des Unterwasserschiffes“, sagten Wouter und Walda. Auf der Suche nach einer alternativen Lösung wandte sich das Paar an den Wassersporthändler Dekker in Zaandam.
„Für uns gab es hier zwei Optionen. Entweder tragen wir die Beschichtung des Unterwasserschiffes vollständig bis zum Gelcoat ab und erneuern diese dann mit einem Unterwasseranstrich unserer Wahl, oder wir entscheiden uns für das neue System von International: B-Free Explore.
Der entscheidende Vorteil dieses Systems ist, dass alte Beschichtungen nicht entfernt werden müssen. Der neue Anstrich wird einfach auf das bestehende Antifouling aufgetragen, was in unserem Fall VC17M war.“
Und wie der Name schon verrät, ist B-Free Explore komplett frei von Bioziden. Genau danach haben Wouter und Walda gesucht. Sie meldeten sich für den B-Free Explore Workshop an und begannen anschließend mit den Arbeiten an Freya.
Vorbereitung
Eine Woche bevor die Boote im WSV de Zeevang zu Wasser gelassen werden sollten, haben wir uns mit Wouter und Walda in Edam getroffen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass es an vier aufeinanderfolgenden Tagen nicht regnen durfte und die Temperatur konstant über 10 °C liegen musste. Das war zwar eine Herausforderung, doch das Wetter verbesserte sich letztendlich, trotz des verbleibenden Südwestwinds.
Walda und Wouter mischen die erste Schicht an. Abkleben zwischen den Anstrichen.
Das B-Free Explore-System in drei Schritten
1. B-Free Conversion Coat
Dies ist die erste Schicht des B-Free Explore-Systems. Diese Zwei-Komponenten-Beschichtung sperrt das alte Antifouling ab und bietet eine gute Haftung für die nächsten zwei Anstriche. Der größte Vorteil ist, dass dieses Produkt auf bestehende herkömmliche Antifoulings in gutem Zustand aufgetragen werden kann. Der Conversion Coat ermöglicht es, ein biozidfreies System zu verwenden, ohne dass bestehendes Antifouling entfernt werden muss.
2. B-Free Tiecoat
Die zweite Beschichtung des Systems ist eine Haftgrundierung auf Silikonbasis. B-Free Tiecoat enthält Silikon, das eine optimale Haftung zwischen dem B-Free Conversion Coat und dem B-Free Explore gewährleistet. Hier sollte angemerkt werden, dass der B-Free Tiecoat auch mit anderen Grundierungen von International kompatibel ist, einschließlich der Epoxidgrundierung Gelshield 200 für GFK-Untergründe oder Interprotect für Stahl-, Aluminium- und Holz-Untergründe.
3. B-Free Explore
Die dritte und letzte Schicht lautet B-Free Explore. Die sogenannte Foul-Release-Beschichtung sollte mit zwei Schichten aufgetragen werden. Diese Unterwasserbeschichtung auf Silikonbasis besitzt Bewuchsschutzeigenschaften und ist biozidfrei, wodurch sie weniger schädlich für maritime Ökosysteme ist. Außerdem besitzt diese Foul-Release-Beschichtung eine längere Lebensdauer als herkömmliche biozidhaltige Antifoulings.
Anwendung und Verarbeitung
Es ist wichtig, das Produkt gründlich aufzurühren, insbesondere bei Zwei-Komponenten-Produkten.
Walda und Wouter tragen die erste Schicht mit Sorgfalt auf. Wouter zieht das Abdeckband ab, bevor die Farbe trocknet. Wouter bringt das Abdeckband für die letzte Schicht auf. Die letzte Schicht wird aufgetragen; fast fertig!
Vor dem Auftragen des neuen Unterwasser-Beschichtungssystems ist es sehr wichtig, dass der Schiffsrumpf gründlich vorbereitet wird. Walda und Wouter haben damit begonnen, das Unterwasserschiff zu reinigen und von alten Bewuchs zu befreien. Das Team war mit der richtigen Schutzkleidung und -masken ausgestattet, die zu jeder Zeit getragen wurden. Anschließend wurde das Unterwasserschiff mit P180-Schleifpapier abgeschliffen.
„Wir haben uns einen ordentlichen Staubsauger besorgt, mit dem wir trocken schleifen können“, sagte Wouter. Ohne ein solches System ist es unerlässlich, nass zu schleifen, da der entstehende Antifouling-Staub äußerst giftig ist.
Nach zwei Tagen intensiver Vorbereitungsmaßnahmen befindet sich der Schiffsrumpf in einem ausgezeichneten Zustand – entsprechend geschliffen bietet er die perfekte Grundlage für die erste Schicht, den B-Free Conversion Coat.
Aufbau von Schichten
Der B-Free Conversion Coat ist ein Zwei-Komponenten-Produkt mit einem Mischungsverhältnis von 4:1 nach Volumen. Sobald das Produkt angemischt wurde, muss es zehn Minuten vorreagieren, bevor es aufgetragen wird. Hier ist wichtig, dass die Umgebungstemperatur mehr als 10 Grad Celsius beträgt und dass das Produkt nicht in feuchten Umgebungen aufgetragen werden darf.
Zum Auftragen sollte eine Kurzflor- oder eine Schaumstoffrolle verwendet werden. Die erste Schicht wurde von Wouter und Walda in weniger als einer Stunde auf dem Schiffsrumpf aufgebracht. Das Abdeckband sollte, sobald die Farbe aufgetragen wurde, von der Wasserlinie entfernt werden, damit ein Abblättern an den Rändern verhindert wird.
Da der Tiecoat B-Free Silikon enthält, sollte er vorsichtig aufgebracht werden, um andere Bereiche des Schiffrumpfs oder in der Nähe befindliche Boote nicht zu kontaminieren. Daher sollten sämtliche Materialien wie Farbwannen, Rollen, Handschuhe und Abdeckband in einem separaten Müllbeutel entsorgt werden.
Sobald die Oberfläche für weitere 24 Stunden getrocknet ist, werden im letzten Schritt zwei Schichten B-Free Explore aufgetragen.
Ergebnis und Ausblick
B-Free Explore ist eine Ein-Komponenten-Farbe auf Silikonbasis. Einer der Gründe, warum Wouter und Walda sich für dieses System entschieden haben, ist, dass die Farbe keine Biozide enthält. Allerdings ist beim Auftragen Vorsicht geboten, um zu vermeiden, dass das Silikon versehentlich auf andere Bereiche der Yacht oder umliegende Boote gelangt.
Nachdem die zweite Schicht einen Tag später appliziert wurde, besaß der Schiffsrumpf eine einheitliche und dunkelblaue Farbe.
„Es war ein ziemlich großes Projekt, doch ich bin von dem Ergebnis nicht enttäuscht“, sagte er, während er noch immer die Schutzmaske mit Aktivkohlefilter trug.
„Der Vorteil ist, dass wir für mindestens zwei Jahre keinen weiteren Unterwasseranstrich auftragen müssen.“ Doch während der Saison ist es nötig, Bewuchs mit einem Schwamm oder einem Mikrofasertuch zu entfernen.
Einen Tag später befindet sich die Freya wieder auf See und Wouter und Walda bereiten sich auf die bevorstehende Segelsaison vor.